von Paul Schweiger
Die meisten Hostien, die in Gemeinden von Stralsund bis Zwickau zum Abendmahl genutzt werden, wanderten schon durch ihre Hände. Schwester Theresia und die anderen Nonnen der Hostienbäckerei im Kloster Alexanderdorf stellen sie her – in Manufaktur.
Aus Wasser und Mehl entstehen hier in mehreren Arbeitsschritten jede Woche Tausende Oblaten, die je nach Konfession den Leib Christi nicht nur darstellen, sondern zu dem sie im Lauf des Abendmahls selbst werden. Und auch wenn der Teig mittlerweile in einer großen, eigens dafür konstruierten Maschine zu Platten gebacken wird – das Stanzen der runden Hostien sowie die Sortierung in gute und schlechte Exemplare ist immer noch kleinteilige Handarbeit.
Für Schwester Theresia ist es ein Dienst an der Kirche, für die beiden beim Kloster angestellten Mitarbeiterinnen ihre Lohnarbeit. Und doch ist die Hostienbäckerei ein besonderer Arbeitsort – diesem möchte sich die Reportage fotografisch annähern.
Die Reportage „Handarbeit für den Herrn“ entstand im Rahmen der Projektklasse Reportagefotografie am Photocentrum in Friedrichshain-Kreuzberg unter Leitung der Fotojournalistin Ann-Christine Jansson. Sie wurde zum ersten Mal in der Abschlussausstellung mit dem Titel „Unter demselben Himmel. Reportagen über Religion und Gesellschaft“ vom 30.01. bis zum 13.03.2026 im Kunstquartier Bethanien gezeigt, gemeinsam mit den Arbeiten der anderen Kursteilnehmenden.
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